Gedanken zur Literatur

von guidorohm

Eine Literatur, die alles einfängt, die sich am Sattsehen nicht satt sehen kann, die vom Telefon, das auf dem Bauch liegt, berichtet, von der DVD (Bardem in Biutiful), von der Spiegelonlinemeldung, die sich über diesen Italiener auslässt, die die Tränenflüssigkeit seiner Augen beschreibt (schleimig, milchfarben), die vom Rauschen der Dusche erzählt, vom Hunger nach Essen und Liebe und guten Büchern, vom Sex auf dem Esszimmertisch, dem Lampenschirm, den Schuhspitzen, die sich den Mäusen nähert und den Katzen, auch den vergilbten Fotografien, die die Toten einlädt, die Kranken, die Fremden, die die Geräusche des Tages untersucht, dieses Türschlagen, dieses Keuchen, dieses Pfeifen, dieses Summen.

Eine solche Literatur wünscht sich Remus, während er auf dem Klo hockt, abschweifend, verträumt, einen Ikea-Katalog wälzend, und sich fragend, was es heute Abend wohl zu essen geben wird.

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