Wochen-ende

von guidorohm

Das Fernsehen läuft. Remus fühlt sich nicht gut. Der Kopf schmerzt. Die Hände zittern. Er fühlt sich entmannt. Entfraut. Er kann nicht mehr zeugen. Nicht mehr gebären. Das wird vergehen. Das sagen ihm die Stimmen in seinem Kopf. Er will sie nicht mehr hören. Werbung zerschneidet die Stille. Eine Frauenstimme preist eine Haarfarbe. Remus zittert. Er hat Rohm aus seinem Herz geschnitten. Aus seinem Kopf. Rohm ist tot. Lange lebe Remus. Der ist nichts ohne seine Fiktion. Jetzt redet die Werbung von Falten. Die Falten kann Remus spüren. Sie fressen ihn von innen auf. Er hebt den Finger. Der Finger verharrt in der Luft. Was geschrieben werden müsste, bleibt ungeschrieben. Ende des Textes. Ende der Literatur. Plötzlich steht Godard im Zimmer und schlägt Remus ins Gesicht. Die glühende Röte der Wange soll ihm „gefälligst“ den Weg in die Zukunft leuchten.

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