Remus hat gegessen

von guidorohm

Remus hat gegessen. Sieben Pferdeköpfe. Ein halbes Schaf. Zahllose Sperlinge. Einen Graf aus einem alten andalusischen Geschlecht. Vierzehn Gletscher. Nun ist er satt, aber unzufrieden. Die Speisen ziehen ihn hinab. Er kann bereits die Hitze der Hölle spüren. Er nippt an einem Kaffee. Zieht an der Zigarette. Er rülpst. Das Sodbrennen bringt ihn schier um. Über eine Reise wollte er schreiben. Geht nicht. Geht auf keinen Fall. Er fühlt sich krank. So kann das nicht weitergehen. Er muss etwas ändern. Remus ballt die rechte Hand zur Faust. Ja, schreit er auf. Ich werde weniger fressen. Daran liegt es. Deshalb kann es jetzt nicht schreiben. Das Schaf. Er hätte auf das Schaf verzichten sollen. Außerdem wird es ihm heute Abend beim Einschlafen fehlen. Er lehnt sich zurück.

„Sie müssen verzeihen, aber ich muss mich erholen“, sagt er zu den Lesern seines Blogromans.

Seine zwölf Leser zucken mit den Schultern. Sie sind nicht traurig. Man ist Chaos hier gewöhnt.

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