PRÄSENTIER UNS DEIN DING!

von guidorohm

„Ist alles in Ordnung?“

„Sicher. Das heißt … Könnte ich vielleicht noch ein Glas Wasser bekommen?“

„Klar. Susie, würdest du bitte …, danke dir. – Einen kleinen Moment. – Ach, da ist es ja schon.“

„Danke. – Sie heißt Susie? Wow. Netter Hintern. Wir sind doch noch nicht auf Sendung, oder?“

„Wir können das nachher rausschneiden. Kein Problem. Du kannst uns völlig vertrauen.“

„Besser ist es, wenn ihr … Vergessen wir das. War ja nur ein Scherz.“

„Ja. Können wir also?“

„Jederzeit.“

„Er gilt als einer … Moment … Der Scheinwerfer dort … Das geht auf keinen Fall. – Besser so. Also. – Er gilt als einer der wandlungsfähigsten Darsteller der Gegenwart. Seine Präsenz hat ihm Preise wie den Hans-Castorp-Award beschert, der als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Darsteller in Romanen gilt. Seine Bandbreite ist enorm. Noch vor drei Jahren spielte er den Richard Banner in Blut ist ein Fluss. Jetzt können wir ihn seit Oktober in Der Wortbruchstellenverursacher als Trinker Witold Reimann erleben. Heute ist er hier, um uns ein wenig über den neuen Roman wie auch über sich selbst zu erzählen. Ich begrüße herzlich in unserer Sendung PRÄSENTIER UNS DEIN DING! den Romandarsteller Jens Dogge. Die erste Frage gleich zum Namen. Heißt du wirklich Dogge mit Nachnamen?“

„Rainer!“

„Entschuldige. Das ist die Stimme unseres Regisseurs Adam. – Was gibt es denn?“

„Wir hatten Probleme mit der Technik. Du musst nochmal anfangen.“

„Diese verfluchten Arschlöcher. Ähm, Jens, das tut mir ja nun, ach, scheiß doch der Hund drauf, oder? Fangen wir also … Kann es losgehen?“

„Ja!“

„Er gilt als einer der wandlungsfähigsten Darsteller der Gegenwart. Seine Präsenz hat ihm Preise wie den Hans-Castorp-Award beschert, der als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Darsteller in Romanen gilt. Seine Bandbreite ist enorm. Noch vor drei Jahren spielte er den Richard Banner in Blut ist ein Fluss. Jetzt können wir ihn seit Oktober in Der Wortbruchstellenverursacher als Trinker Witold Reimann erleben. Heute ist er hier, um uns ein wenig über den neuen Roman wie auch über sich selbst zu erzählen. Ich begrüße herzlich in unserer Sendung PRÄSENTIER UNS DEIN DING! den Romandarsteller Jens Dogge. Jens, wie fühlt man sich, wenn man einen ständig betrunkenen Schauspieler geben muss? Wie bereitet man sich auf eine solche Rolle vor?“

„Viel trinken. Aber kein Wein, kein Bier, nur Wasser. Wasser wie dieses hier.“

„Du hast bereits in zahlreichen Romanen mitgespielt. Wie war die bisherige Zusammenarbeit mit dem Autor?“

„Gut, sehr gut. Ich kenne Guido bereits aus Büchern wie Blut ist ein Fluss, außerdem hatte ich in seinem ersten Kurzgeschichtenband einen kleinen Auftritt. Wir haben uns auf Anhieb verstanden. Er arbeitet ziemlich unkonventionell. Er hat mir die Pläne zum neuen Buch vorgelegt. Ich habe da nicht lange überlegt, sondern einfach zugesagt.“

„Im Moment tauchst du noch nicht besonders oft auf. Wird sich das im Laufe der Handlung ändern?“

„Das ist schwer zu sagen, weil die Skripts täglich entstehen. Rohm lässt seine Erlebnisse, seine Gefühle mit einfließen. Man kann nicht sagen, wohin sich der Roman noch bewegen wird. Es ist eine Soap Opera.“

„In der letzten Folger wurde eine Reise nach V angekündigt. Kannst du uns etwas über den Fortgang verraten?“

„Das darf ich eigentlich nicht. Ich habe mich da vertraglich verpflichtet. Das könnte eine Strafzahlung nach sich ziehen. Aber, weil ich schon mal hier bin, will ich das Risiko eingehen.“

„Wir sind gespannt.“

„Witold, also meine Figur, wird sich in V, einem kleinen Städtchen am Amazonas, mit einer gewissen Melusine und ihrem Mann Morel treffen. Die beiden sind international gesuchte Blogger. Du weißt doch, was ein Blogger ist, oder?“

„Natürlich!“

„Melusine und Morel sind wohl auf der Flucht vor Interblog. Sie haben so einiges auf dem Kerbholz. Egal. Witold soll mit ihnen Kontakt aufnehmen, weil er unbedingt an die Pläne für eine Fiktionsbombe kommen will.“

„Das heißt, du, besser gesagt, deine Rolle gleitet in den Terrorismus ab.“

„Ich will da nicht zu viel verraten, aber es wird wohl so kommen. Wie ich schon erklärte, man steckt da nicht drin. Das kann sich alles täglich verändern. Es bleibt auf jeden Fall spannend.“

„Wir sind gleich zurück. Jetzt kommt nur kurz Werbung, dann geht es aber gleich weiter mit PRÄSENTIER UNS DEIN DING! Du wirst uns doch dein Ding präsentieren, oder?“

„Sicher, sicher, deshalb bin ich doch hier.“

 

 

In diesem Herbst wird es gefährlich. Max Vonderscheid schlägt eine Schneise aus Blut. Und du kannst dabei sein!

 

 

 

 

 

 

„Und schon sind wir zurück bei PRÄSENTIER UNS DEIN DING! Unser heutiger Stargast ist der Literaturdarsteller Jens Dogge, der schon in Romanen wie Blut ist ein Fluss, Deine Seele fresse ich zum Frühstück, Kein Erbarmen für Vegetarier und Fünfzehn Fäuste für eine Nonne gespielt hat. Was wäre deine liebste Rolle, Jens? Wen würdest am liebsten mal spielen, oder anders  gefragt, mit wem würdest du gerne mal arbeiten?“

„Hm, das ist schwierig. Ich würde mich natürlich tierisch auf ein Rollenangebot aus den USA freuen. Wer will nicht mal eine der Figuren in einem Roman von Roth oder Pynchon sein. Aber das ist noch ein langer Weg. Ich habe aber schon viel erreicht und bin stolz darauf.“

„Man hat dir ein Verhältnis mit Diana Alabama nachgesagt. Die meisten unserer Zuschauer werden sie vom Namen her kennen. Sie spielt in etwas … Wie soll ich das sagen?“

„Sie ist eine Erotikdarstellerin. Nein, da war natürlich nichts. Man kennt sich in diesem Geschäft und da kommen schnell Gerüchte auf.“

„Ja, man muss unwahrscheinlich auf der Hut sein. Wir sind eine seriöse Sendung. Und natürlich haken wir da auch nicht weiter nach, auch wenn uns da gewisse Fotos angeboten wurden, die wir, um sie vom Markt zu nehmen, sofort gekauft haben.“

„Fotos?“

„Von dir und Diana Alabama. Mein Gott, was man mit einer Faust so alles machen kann. Wir wollen darauf nicht eingehen. Später vielleicht. In einer anderen Sendung. So und jetzt ist es auch schon an der Zeit. Ich stelle dir die Frage, die ich allen Gästen unserer Sendung stelle. Wirst du uns auch dein Ding präsentieren?“

„Natürlich, deshalb bin ich doch hier.“

„Dann lass dich nicht halten. Steh auf und präsentier uns dein Ding!“

 

 

Er ist eine tödliche Waffe. Sie haben ihm alles genommen. Jetzt schlägt er zurück.

 

 

 

 

 

 

„Das war ja ein Riesending.“

„Da staunst du!“

„Riesig. So ein Ding habe ich noch nie gesehen. Das war so … so … gewaltig. Diana Alabama muss sehr glücklich sein.“

„Da läuft nichts mit Diana.“

„Sicher, sicher. Kann ich es nochmal sehen.“

„Später.“

„Du …“

„Ja.“

„Gut, dann später. – Das müssen wir rausschneiden. – So, das war es nun auch schon wieder. Ich hoffe, Sie sind auch beim nächsten Mal wieder unsere Gäste, wenn es heißt: PRÄSENTIER UNS DEIN DING!“

„Wir sind fertig?“

„Das war es.“

„Was ist mit den Fotos?“

„Ich könnte sie dir besorgen, du müsstest dafür nur …“

„Schon klar.“

„Du wirst es noch weit bringen.“

„Ja.“

„So einsilbig kennt man euch Romanfiguren sonst gar nicht.“

„Kommt immer auf die Rolle an. – Lass das!“

„War doch gar nichts. Ich habe Beziehungen. Ich kann dir auf dem Literaturmarkt behilflich sein. Du willst in die FRATZ. Du kommst in die FRATZ.“

„Schon klar. Aber vorher muss ich wohl noch …“

„Ja, das musst du.“

„Dann will ich es hinter mich bringen. Du willst mein Ding anfassen?“

„Ja.“

„Dafür will ich in die FRATZ und ich will die Fotos.“

„Bekommst du.“

„Sind wir hier alleine? Keine Kameras?“

„Sei ganz unbesorgt.“

„Hier ist es.“

„Riesengroß. Riesengroß. Darf ich das Ding anfassen?“

„Solange du nicht an meinen Penis willst … Dann fass schon an.“

„Riesengroß. Riesengroß.“

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