Zitate

von guidorohm

Man könnte, spricht Remus zur Wölfin, die ihm in den Nächten  eine Teufelin ist, in den verwegenen Augenblicken dieser Nächte gar eine Sau, man könnte diesen Irrsinn hier, von mir Roman genannt, bei litblogs.net melden, denn immerhin sind die ja für literarische Blogs zuständig.

Die Wölfin gähnt unanständig laut, lehnt sich im Sessel zurück und schließt die Augen.

Remus indes flaniert entlang seiner Wände aus Büchern, will er doch seinem Blogroman geeignete Zitate an die Seite stellen; so ein Zitat, denkt Remus, wertet den ganzen Mist rasch auf, man muss sich nur geeignete Waffenbrüder an die Seite zerren, schon kann man sich aus dem verkoteten Gefängnis des eigenen Kopfes in die Freiheit schießen.

Gesagt, getan, Remus greift nach dem ersten Buch, es handelt sich dabei um den Goldenen Topf des E.T.A Hoffmann. Remus schlägt das schmale Werk auf, sticht mit dem Finger mitten in die Seite hinein und spießt ein Zitat auf:

 

„Ach!“

E.T.A Hoffmann, Der Goldene Topf

 

Remus grinst zufrieden in die Runde der Bücher, die ihm stumm ihre Rücken zuwenden. Ein Zitat reicht natürlich nicht. Noch lange nicht. Drum folgen hier weitere Zitate, die man sich als Türschmuck für diesen Roman vorzustellen hat:

 

„Das Elend.“

Albert Camus, Die Pest

 

„Man ist versucht, zu vermuten …“

Richard Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität

 

„Also los.“

Guido Rohm, Blutschneise

 

Den Rohm wird man nirgendwo finden, auch wenn die Fiktion, die sich Remus von nun an Tag für Tag aus den Rippen schwitzen wird, sicherlich bald Gestalt annehmen wird. (Immerhin hat er ihn bei Wikipedia einschmuggeln können. Aber dies kann man nicht wirklich als Hürde bezeichnen.)

Er kann ihn bereits vor sich sehen, seinen Golem aus Fulda. Er hätte noch ein Zitat von Meyrink bringen sollen.

Remus sagt: Es soll genügen!

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