Tod

von guidorohm

Wenn er dereinst dem Tod ins Angesicht blicken muss, so überlegt sich Remus, dann sollte man vorbereitet sein. Einfach nur sterben, das kommt für Remus nicht in Frage. Er könnte, so malt er sich in trüben Farben aus, während eines Duells mit einem Literaturkritiker sterben. Wind weht. Regen fällt. Man hebt die Waffe. Zielt. Fällt getroffen von einer Wortkugel zu Boden.

Oder aber, Remus stolpert bereits in den nächsten Gedanken, man wird mit einem Socken auf dem Kopf aufgefunden. Das gefällt ihm, denn von nun an würde die Literaturwissenschaft (selbstredend auch die verdutzte Leserschaft) rätseln, was es nur mit dem Socken, gestülpt über das Dichterhaupt, auf sich habe.

Der eigene Tod will wohl überlegt sein. Sterben kann jeder Depp, denkt Remus, aber auf die rechte Art zu sterben, dies ist nur den wahrhaft Großen vorbehalten.

Weitere Bilder seines eigenen Dahingehens schweben an Remus vorbei:

Remus, der Hand in Hand mit seiner Erfindung Rohm vom Dach eines fiktiven Gebäudes springt,

Remus, bei dem man einen Zettel mit den geheimnisvollen Worten Komme gleich wieder findet.

Da sind so viele Möglichkeiten. Remus kann sich einfach nicht entscheiden. Er wird noch eine Weile leben müssen, damit sein Tod nicht in einem Debakel endet.

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