Die Geburt einer literarischen Gestalt

von guidorohm

Remus liebt den Geschmack von Kaffee. Täglich trinkt er das nachtschwarze Getränk. Momentan ist er bei siebzehn Kannen angelangt. Fahrig und nervös stößt er Tassen um. Auch Porzellanelefanten befinden sich unter den Opfern.

Seine Frau, Wölfin genannt, nährt er sich doch seit Jahren an ihrem Busen, bittet ihn, den Konsum von Zigaretten und Kaffee einzuschränken.

Da sei nichts zu machen. Remus schüttelt verneinend den Kopf. So ginge das nicht, erklärt er, denn immerhin, da müsse doch ihr Verständnis die Oberhand gewinnen, sei er Schriftsteller, der, so flüstert er der Wölfin ins Ohr, just in diesen Sekunden an einer neuen Figur arbeite, die er, dies sei schon jetzt mehr als wahrscheinlich, Rohm benennen werde.

Stolz blickt er sie an, zieht an seiner Zigarette, um anschließend einen tüchtigen Schluck aus der Kaffeekanne zu nehmen.

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