Verfluchte Schreiberei

von guidorohm

Remus fühlt sich an diesem Tag überlastet. Er will schreiben. Das Wortbacken will ihm nicht gelingen. Er lauscht auf die Geräusche aus der Küche, die ihn an seine Kindheit erinnern. Über die könnte er doch einmal schreiben, denkt er. Gerüstet wie ein Ritter sitzt er vor der Tastatur. Nichts soll ihn berühren können. Nichts soll ihn verletzen können. Er will mit dem Schwert Wörter in die Tastatur hacken. Es misslingt, weil er nicht einen Buchstaben erwischt. Also packt er sich wieder aus. Sitzt nun ungeschützt vor dem Weiß des digitalen Papiers. Nur worüber er schreiben könnte, will ihm nicht einfallen. Es soll ihm ja auch nicht einfallen. Es soll aus ihm heraus fallen. Er beugt den Kopf über die Tastatur und wartet. Nichts. Kein Wort fällt aus Nase oder Ohren. Verfluchte Schreiberei, schreit er auf und rennt entrüstet aus dem Zimmer.

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